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Vulkane in Chile

Über 2.000 Vulkane beheimatet Chile. Gut 90 davon werden als aktiv eingestuft. Einer von ihnen ist der Ojos del Salado – der höchste Vulkan der Welt ragt 6.893 Meter über die Atacama-Wüste.  Kaum ein Land ist reicher von Vulkanen beschenkt. Sie symbolisieren die majestätische Schönheit von Chile und sind zugleich Ausdruck der unbändigen Kraft der Natur.

Vulkane in Chile

Thermalquellen und blubbernde Lava

Aus dem verschneiten Vulkankegel dringt eine schmale Rauchschwade hervor und scheint in der Luft stehenzubleiben. Im Nachthimmel lässt sich das rötliche Glühen des Vulkangipfels beobachten. In seinem Umkreis laden vulkanische Quellen zu einem wohltuenden Thermalbad ein. Doch alles überragt der Blick in den Krater des rumorenden Vulkans, während leuchtende Lava blubbert. Wer einmal das Phänomen eines aktiven Vulkans wie etwa den Volcán Villarrica hautnah erfahren hat, wird es so schnell nicht vergessen. Chile ist hierfür ein ganz besonders zugänglicher Ort. Kaum ein anderes Land auf der Welt beherbergt so viele Vulkane wie Chile.

Der Ursprung der Vulkane von Chile

Insgesamt gibt es über 2.000 Vulkane in ganz Chile. Etwa 90 von ihnen werden als aktiv eingestuft. Ursprung ist die Tektonik des Landes, die seit jeher unter Spannung steht. Entlang der Pazifikküste treffen ozeanische und kontinentale Erdplatten aufeinander. Mit einer Geschwindigkeit von gut 6 cm pro Jahr schieben sich die Nazca-Platte sowie die Antarktische Platte unter die Südamerikanische Platte. Diese Plattenverschiebungen sind der Ursprung des Andengebirges – und der unzähligen Vulkane in Chile.

Vulkanerhebungen in der Atacama-Wüste

Die Kraft der chilenischen Vulkane

Die großen Ausbrüche liegen oft weit zurück. Doch auch in der jüngeren Geschichte haben chilenische Vulkane ihre unbändige Kraft zum Ausdruck gebracht. So zerstörte die Eruption des Vulkans Chaitén im Jahre 2008 nahezu vollständig den gleichnamigen Küstenort. Den Bewohnerinnen und Bewohnern wurde eine Umsiedlung nahegelegt und arrangiert. Doch sie entschieden sich zurückzukehren und ihr Städtchen Chaitén neu aufzubauen. Genauso wie der Ozean oder die frequenten Erdbeben gehören Vulkane in Chile schlicht zur Lebenswirklichkeit der Menschen – mit ihrer faszinierenden Aura als auch mit ihren Gefahren.

Ausbruch des Vulkans Chaitén 2008

Javier Rubilar; Chaitén 279; "Cortesía de mi Viejo Carlitos"; 20.06.2008

Die Vielfalt der Vulkane in Chile

Ob klassische Schichtvulkane mit ihren typischen Kegeln, kesselförmige Calderen oder flache Schildvulkane – die Typen der Vulkane in Chile sind vielfältig. Und sie verteilen sich von der Wüste bis in das vergletscherte Patagonien über das gesamte Land. Im Großen Norden Chiles schlummert gar der höchste Vulkan der Welt: Der Ojos del Salado blickt von atemberaubenden 6.893 Metern auf die trockene Umgebung der Atacama. Und selbst mitten im Pazifik zeigt Chile seine vulkanische Bandbreite. Hier erheben sich die Juan-Fernández-Inseln sowie die Osterinsel / Rapa Nui. Sie sind vulkanischen Ursprungs.

Chilenische Vulkanforschung mit vielen offenen Fragen

Bei dieser Vielzahl an Vulkanen fällt es schwer den Überblick zu behalten und allen Naturphänomenen des Landes gebührend auf den Grund zu gehen. So wurde 2021, versteckt im Schnee und der dichten Vegetation Nordpatagoniens, sogar ein neuer aktiver Vulkan von Chile entdeckt: der Mate Grande. Die Erforschung der vulkanischen Aktivitäten im Land ist noch lange nicht abgeschlossen.

Durcheinander der Anden

Vulkane in Chile für Wanderfreunde und Naturverliebte – unsere Auswahl

Chilenischen Vulkanen begegnen Reisende demnach im ganzen Land. Doch manch Vulkan in Chile beschert Interessierten einen besonderen Zugang, um sich den facettenreichen Aspekten vulkanischer Aktivität zu nähern. Hier unsere 10 Empfehlungen von Nord nach Süd:

1. Vulkan El Tatio

Die Tatio-Geysire bei San Pedro de Atacama vermitteln einen spektakulären Eindruck von den unterirdischen Aktivitäten des Vulkans El Tatio. Hier gönnen sich Besucher*innen während des stillen Sonnenaufgangs ein warmes Thermalbad in einer der zahlreichen Quellen, während Vicuñas und Nandus in der Umgebung grasen.

2. Vulkan Cerro Toro

Ganz in der Nähe befindet sich der Vulkan Cerro Toro. Mit einer nicht zu anspruchsvollen, durchaus aber kräfteraubenden Wanderung auf den 5.604 Meter hohen Gipfel erfährt man eine bewegende Sicht auf das bergige Wüstenland. Eine vorausgehende, mehrtägige Akklimatisierung ist in Anbetracht der enormen Höhe voraussetzend.

3. Vulkan Rano Kao

Auf der Osterinsel / Rapa Nui präsentieren gleich mehrere Vulkanrückstände die tektonischen Ursprünge der Pazifikinsel. Besonders ergreifend ist der erloschene Vulkan Rano Kao. Der gigantische Krater hat eine Breite von 1,5 Kilometern und ist gefüllt mit einem Süßwassersee. Zugleich ist er einstige Kultstätte für die indigene Ursprungsbevölkerung und somit Sinnbild naturräumlicher wie kultureller Verflechtung. 

Vulkankrater Rano Kao auf Rapa Nui

4. Vulkan Nevado de Chillán

Der Umkreis des vergletscherten Komplexvulkans Nevados de Chillán im südlichen Zentralchile bietet Reisenden interessante Wanderrouten und ist Magnet für Wintersportler*innen von nah und fern. Zugleich gilt er als einer der aktivsten Vulkane von Chile und steht immer wieder an der Schwelle zu einer erneuten Eruption.

5. Vulkan Antuco

An der Laguna de la Laja und unweit des Nevado de Chillán eignet sich der Antuco-Vulkan für eine Besteigung. Die Wanderung auf den knapp 3.000 Meter hohen Gipfel ist sportlich und erfordert entsprechendes Equipment. Die Aussicht von dem Vulkankrater ist berauschend.

6. Vulkan Llaima

Der Ausbruch des Llaima-Vulkans im Jahre 2008 war gewaltig. Noch heute lassen sich die faszinierenden Folgen im Nationalpark Conguillío nahe dem Städtchen Curacautín im Kleinen Süden besichtigen. Breite Lavafelder, verkohlte Araukarienstümpfe und die florierende Vegetation im Spiegelbild der türkisfarbenen Berglagunen schmücken das Heimatreservat dieses Vulkans.

7. Vulkan Villarrica

Der Klassiker für eine Vulkanbesteigung in Chile ist der Volcán Villarrica bei Pucón im Kleinen Süden. Wenn die vulkanische Aktivität nicht gerade wieder als bedrohlich eingestuft wird, lässt sich der Gipfel mit Reiseleitung und bereitgestelltem Equipment erklimmen. An manchen Tagen kann man das Köcheln der Lava beobachten. Es ist eine einmalige Erfahrung.

8. Vulkan Quetrupillán

Auch der angrenzende Vulkan Quetrupillán kann im Rahmen einer Tagestour ohne technische Vorerfahrung bestiegen werden. Ihm wird deutlich weniger Beachtung geschenkt und so ist er eine attraktive Alternative zum stark besuchten Villarrica-Vulkan.

9. Vulkan Osorno

Der Volcán Osorno am Llanquihue-See im Kleinen Süden von Chile ist ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Andächtig erheben sich die vergletscherten Hänge und bilden eine perfekte Kegelform. Der Vulkan ist einfach zu erreichen, die Zufahrtsstraße reicht bis zur Skistation auf halber Höhe des Vulkans. Für einen Aufstieg sind die herausfordernden Untergrundbedingungen zu berücksichtigen. Die Gipfelpanoramen sind erstklassig.

Vulkan Osorno am Lago Llanquihue

10. Vulkan Chaitén

Und die technisch eher einfache Besteigung des nordpatagonischen Vulkans Chaitén ist eine Reise in die jüngere Vergangenheit. So schweigsam und friedvoll der nur 1.122 Meter hohe Berg auch wirkt, geben die breiten Lavafurchen einen Eindruck, mit welcher zerstörerischer Kraft der Vulkan bei seiner Eruption 2008 die Umgebung zerrüttete.

Vulkane in Chile – Eleganz und Gewalt

Mit seiner Geografie ist Chile wahrlich reich beschenkt. Die Vulkane des Landes bilden dabei ein ganz eigenes Kapitel. Sie sind ein majestätisches Symbol für die Schönheit von Chile, aber auch für die Kraft der Natur und unsere Fragilität.

Vulkane der Atacama

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