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Wandern in Chile – unsere 10 Favoriten

Ob Atacama-Wüste, patagonische Gletscher oder verschlungene Küste – Chile hat etwas für jeden Wandergeschmack. International gewürdigte Nationalparks verfügen über solide Infrastruktur und ein breites Netz an Wanderpfaden. Oder aber man wendet sich den weniger bekannten Naturszenarien des Landes zu und entdeckt ganz neue Wege.

Wandern in Chile – unsere 10 Favoriten

Chile – ein Paradies für Wanderfreunde

Hand aufs Herz: Welch anderes Land eröffnet solch eine Bandbreite für Trekkingausflüge? Ob Gipfeltour zum Krater eines aktiven Vulkans oder eine romantische Strandwanderung an der Küste des Ozeans, ob Gletscherexkursion auf wuchtigem Eis oder die mehrtägige Besteigung eines Sechstausenders – Chile ist ein wahrliches Paradies für Wanderfreunde.

Wandern zu Chiles Höhepunkten oder der Blick fürs Detail

Zunächst einmal wäre da die einmalige landschaftliche Vielfalt zu nennen. Atacama-Wüste und Pazifikinseln, die gigantischen Berge der Anden und die unendlich lange Küste – all das steht Naturbegeisterten für eine Wanderung in Chile zur Verfügung. Hierbei kann man den Blick auf das große Ganze richten und beispielsweise am Fuße des Vulkans Parinacota im Nationalpark Lauca das Altiplano von Chile bewandern. Oder aber man widmet sich eher den Details, ergründet die jahrtausendalten Alerce-Bäume im Pumalin-Nationalpark und sinniert am mystischen Pazifiksteg Muelle de las Almas auf der Insel Chiloé.

Muelle de las Almas auf der Insel Chiloé

Internationale Pilgerpfade und versteckte Wanderparadiese von Chile

Chile bietet weltbekanntes Wanderspektakel wie den Nationalpark Torres del Paine, der während der Hochsaison tagtäglich Scharen an Naturliebhaber*innen von allen Kontinenten anzieht. Andere, ähnlich umwerfende Wanderrouten sind selbst den eingefleischten Kennern des Landes nur marginal geläufig. So ist der Nationalpark Cerro Castillo an der Carretera Austral noch ein echter Geheimtipp. Auch der Nationalpark Nevado Tres Cruces in der Atacama-Wüste hält sich trotz seiner so eindrucksvollen Naturphänomene bedeckt.

Zwischen Camping-Touren und All-Inclusive-Wanderungen in Chile

Wanderinnen und Wanderer finden in Chile solide Infrastruktur mit einfachen Zeltplätzen, urigen Berghütten und gehobenen Parkhotels. So lassen sich Tagestouren genauso wie mehrtägige Rundwanderungen vornehmen. Gerade in den geschützten Naturreservaten sind die Wanderrouten sehr gut ausgeschildert. Der Nationalpark Conguillío im Kleinen Süden von Chile ist hierfür ein gutes Beispiel. Mit dem facettenreichen Netzwerk an Wanderpfaden in der Vulkanlandschaft kommen agile Sportler*innen genauso wie eher bequeme Naturverliebte gleichfalls auf ihre Kosten.

Nationalpark Conguillío

Wandern in Chile heißt Entdecken

Man kann in Chile aber auch ganz eigene, ganz neue Wege ergründen. So lassen sich traumhafte Strandbuchten wie aus dem Märchenbuch in vollkommener Verlassenheit entdecken, zum Beispiel wenige Kilometer nördlich von Papudo oder am Küstenabschnitt zwischen Quintay und Algarrobo in Zentralchile. Bei der ein oder anderen Wandertour ist mitunter Kreativität gefragt. Mal folgt einem ein lebhaftes Hunderudel, mal versperrt ein Privatgrundstück den direkten Weg. Doch genau das macht es auch so wundervoll: Wandern bedeutet in vielen Regionen von Chile noch Entdecken

Versteckte Standbuchten bei Papudo

Unsere 10 Empfehlungen für Wanderungen in Chile

So hat Chile etwas für jeden Wandergeschmack. Dies hier sind unsere 10 liebsten Tageswanderungen in Chile von Nord nach Süd:

1. Wüstenwanderung im Nationalpark Pan de Azúcar

San Pedro de Atacama ist für viele Reisende die erste Adresse, um die chilenische Atacama-Wüste zu entdecken. Wem das zu wuselig ist, dem empfehlen wir den verlassenen Nationalpark Pan de Azúcar bei Chañaral. Das Reservat verbindet die faszinierende Szenerie der Atacama mit der erfrischenden Aura des Pazifischen Ozeans. Endemische Kakteen und grasende Guanakos umgeben den Wanderweg zum Mirador Grande (insgesamt ca. 11 Kilometer). Von der Steilküste aus wird man mit einem grandiosen Blick auf den chilenischen Zuckerhut beschenkt.

2. Familienwanderung im Puquén-Park bei Los Molles

Das mediterrane Bioreservat Puquén am Ortsrand von Los Molles stellt Besucher*innen einen virtuosen Ausschnitt des Kleinen Nordens vor. Das Areal ist überschaubar und eignet sich besonders für Ausflüge ohne große sportliche Ansprüche und für Wanderungen für Familien mit jüngeren Kindern. Auf leicht zugänglichen Pfaden kann man individuell die betörende Küstenlandschaft des Privatparks begehen. Dabei weckt eine Stelle besondere Aufmerksamkeit: Ein sprudelnder Wasserstrahl pfeift in rhythmischen Abständen durch einen Felshohlraum in die Höhe. Es gleicht den Fontänen, die Wale durch ihr Blasloch ausstoßen. Hierin liegt der Ursprung der Parkbezeichnung. Puquén meint Wal in der indigenen Sprache der Molle.

Küstenort Los Molles

3. Gipfelwanderung im Nationalpark Cerro La Campana

Die letzten Meter hinauf auf den felsigen Glockengipfel im Nationalpark La Campana sind noch einmal schweißtreibend. Doch all die Anstrengungen der Bergwanderung zahlen sich aus: Von hier oben eröffnen sich bei gutem Wetter unfassbare Panoramen auf den Pazifischen Ozean mit seinen Küstenstädten sowie auf die verschneite Andenkette und den knapp 7.000 Meter hohen Aconcagua, dem höchsten Berg Amerikas. Wer den Glockengipfel besteigen will, sollte Wandererfahrung haben und früh starten. Die Wanderung nimmt etwa 7 Stunden in Anspruch und die Schließzeiten des Parks sind streng.

Doch auch für kürzere Rundwege oder für einen Picknick-Nachmittag eignet sich das Reservat.  Der Nationalpark Cerro La Campana beheimatet Füchse und Viscachas, Adler und Kondore, Honigpalmen, Boldo-Sträucher und Canelo-Bäume. Die interessante Fauna und endemische Flora des Cerro La Campana begeisterten schon den Forscher Charles Darwin, als er im Jahre 1834 den Glockengipfel bewanderte.

4. Urbane Andenwanderung auf den Cerro Provincia bei Santiago

Tagein, tagaus wachen die andächtigen Anden über Santiago. Doch ihr naturräumlicher Reichtum ist trotz der Nähe vielen verborgen. Mit Metro und Bus geht es raus zur östlichen Stadtgrenze an den Fuß der Anden in den Cordillera-Park. Der Gegensatz zum aufgedrehten Großstadt-Flair könnte größer kaum sein. Der Aufstieg auf den Cerro Provincia ist kein Zuckerschlecken und erfordert sehr viel Krafteinsatz und festen Tritt. Auch die Hitze unter der blanken Sonne macht besonders in den Sommermonaten zu schaffen. Etwa 1.800 Höhenmeter muss man überwinden und sollte dafür ausreichend Wasser mitführen. Der Gipfel des Cerro Provincia, fast so hoch wie die Zugspitze, gibt freie Sicht auf die Metropole und das wilde Durcheinander der Anden. Wer mehr Zeit und Equipment mitbringt, dem empfiehlt sich eine Übernachtung auf dem Gipfel. Hier gibt es eine kleine Berghütte. Falls diese gerade an Wochenenden belegt ist, sollte man alternativ ein Zelt dabei haben. Der Aufstieg mit Gepäck macht es natürlich aufwendiger. Ist es das wert? Unbedingt! Das Schauspiel des Lichtermeers der Hauptstadt bei Nacht ist umwerfend und wird getoppt vom Sonnenaufgang hinter den vergletscherten Berggipfeln der Anden im Morgengrauen.

Blick auf Santiago vom Cerro Provincia

5. Küstenwanderung zwischen Algarrobo und Isla Negra

Flexiblen und freiheitsliebenden Wanderinnen und Wanderern sei die hübsche Küste von Zentralchile nahegelegt. Eine attraktive Strecke führt von dem gehobenen Badeort Algarrobo nach Isla Negra, dem einstigen Domizil des Poeten und Nobelpreisträgers Pablo Neruda. Beschilderungen oder einen Wanderpfad gibt es nicht – und genau das macht den Reiz aus. Stattdessen orientiert man sich auf der ca. 15 Kilometer langen Strecke an dem Ufer des Pazifiks, passiert kleine Küstensiedlungen und Strandbuchten, spaziert durch den Sand und steigt über Felsen. Die Tour kann nach Belieben verkürzt oder verlängert werden. Der Nahverkehr vor Ort ist solide ausgeprägt und führt Wandernde schnell zurück zum Ausgangspunkt.

6. Wanderung im Nationalpark Altos de Lircay

„Der Geköpfte“: Schnell erschließt sich Betrachtenden der Namensursprung des knapp 4.000 Meter hohen Vulkans El Descabezado mit seiner abgetrennten Spitze. Die Aussichtsplattform Mirador Valle del Venado eröffnet eine überwältigende Rundsicht auf die gigantischen Vulkane der Umgebung, das Venado-Tal und den Río Claro. Hier liegt das Ziel dieser Tageswanderung im Nationalpark Altos de Lircay. Ausgangspunkt ist das kleine Andenörtchen Vilches Alto. Für den Hin- und Rückweg sollte man insgesamt etwa 7 Stunden einplanen. Auch für mehrtägige Wandertouren mit Zeltübernachtungen eignet sich das Naturreservat ausgezeichnet. Der Altos de Lircay beheimatet attraktive Bäche und Flüsse, eine vielfältige Flora, seltene Vogelarten wie den Kondor, Füchse, gar Pumas. Der Nationalpark präsentiert ein sehr unberührtes, zugleich ausgesprochen spektakuläres Gesicht von Zentralchile.

Weitblick im Nationalpark Altos de Lircay

7. Gipfelwanderung an der Sieben-Seen-Route

Die Sieben-Seen-Route erfreut sich eines hohen Bekanntheitsgrades – für Argentinien. Deutlich weniger Menschen mögen wissen, dass auch Chile seine Sieben-Seen-Route hat. Und was für eine! Die Seen Pellaifa, Calafquén, Pullinque, Pirihueico, Neltume, Panguipulli und Riñihue verteilen sich in dem Gebiet südlich von Pucón, der sogenannten Chilenischen Schweiz. Mit seinen Araukarien-Wäldern und kegelförmigen Vulkanen, den angenehmen Ortschaften und natürlich den himmlischen Gewässern ist die chilenische Sieben-Seen-Route eine auserlesene Urlaubsregion, besonders für Reisende mit Mietwagen. Eine Übersicht über dieses Meisterwerk der Natur kann man von der Spitzes des Cerro Diuco gewinnen. Der Berg liegt nahe dem Städtchen Coñaripe am Lago Calafquén. Sein Zugang führt durch ein privates Terrain, was in Chile nicht ganz ungewöhnlich ist. Nach kurzer Bitte passieren zu dürfen, kann die Wanderung starten. Die insgesamt 8 Kilometer stellen keine sonderlich lange Distanz dar. Doch ist der Anstieg von über 800 Höhenmetern intensiv und der Weg etwas wild. Es ist eine Wanderung für Neugierige und Wagemutige. Und für Liebhaber*innen der ganz großen Panoramen. Denn von hier oben breitet sich diese bezaubernde Landschaft des Kleinen Südens aus. Verschwitzt kehrt man zurück und kann sich ein erfrischendes Bad in der versteckten Nordbucht des glänzenden Pellaifa-Sees gönnen. 

Lago Pellaifa an der Sieben-Seen-Route

8. Araukarienwanderung im Nationalpark Huerquehue

Auf etwa 1.900 Höhenmeter hebt sich der Cerro San Sebastián über den Huerquehue-Park. Ein Treck hinauf auf den Gipfel des Berges verlangt einiges an Anstrengung und Einsatz ab. Doch den Lohn hierfür ist eine Aussicht der Superlative. Die königlichen Vulkane Villarrica, Lanín, Llaima und Nevados de Sollipulli bilden die Eckpfeiler des Areals. Araukarien und Südbuchen bedecken enggereiht die hügelige Landschaft. Und das Wasser eingeschlossener Berglagunen spiegelt diese Fabelwelt an seiner Oberfläche. Über 1.000 Höhenmeter sind auf der insgesamt gut 15 Kilometer langen Wanderung zu bewältigen. Wem das Wanderprogramm zu straff ist, mag mit dem Pfad der Tres Lagos Vorzug nehmen. Auf dieser Individualwanderung wird man verschlungen von dem nativen Urwald des Huerquehue-Parks mit seinen regionstypischen Araukarien-Bäumen, mit entlegenen Lagunen und tosenden Wasserbrüchen. Auf dem Weg durch endemische Wälder und vorbei an Sümpfen und Bambusdickicht, tauchen nacheinander die drei Bergseen Chico, Toro und Verde hervor. Und von der höher gelegenen Plattform überblickt man den herrlichen Lago Tinquilco mit dem würdevollen Villarrica-Vulkan im Hintergrund.

9. Wanderung im Nationalpark Queulat

Dichte, ursprüngliche Regenwaldlandschaft charakterisieren den Nationalpark Queulat im Herzen Nordpatagoniens an der sagenumwobenen Fernstraße Carretera Austral. Das Reservat verfügt über ein überschaubares Netz an Wanderpfaden für individuelle Kurzwanderungen und ist somit auch sehr gut für Naturliebhaber*innen mit geringeren sportlichen Ambitionen geeignet. Besonderes Augenmerk ist die massige Gletscherzunge Ventisquero Colgante, die hinter einer Berglagune kontinuierlich den felsigen Steilhang herabbricht. Vom Ufer der Laguna Témpanos eröffnet sich eine wundervolle Sicht auf den Hängegletscher. Noch näher heran führt der Wanderpfad Sendero Ventisquero Colgante (insgesamt knapp 6 Kilometer).

10. Wanderung zu den Torres-Gipfeln im Nationalpark Torres del Paine

Der Nationalpark Torres del Paine ist der wohl internationalste Orte von Chile. Menschen aus allen Herren Ländern reisen in das tiefe Patagonien, um einmal dieses Naturparadies hautnah zu erleben. Und fürwahr ist das Reservat mit seinen leuchtenden Berglagunen und dem gewaltigen Gletschereis, den steilen Granitgipfeln und der patagonischen Fauna ein irres Spektakel. Die Wanderinfrastruktur ist mit ihren soliden Pfaden und vielseitigen Unterbringungsoptionen ausgezeichnet und ermöglicht faszinierende Tagesexkursionen genauso wie abwechslungsreiche Wochenwanderungen. Zwei Dinge muss man jedoch in Kauf nehmen: Es ist viel los im Park. Und es ist nicht günstig. Doch wird man vermutlich nur wenige Menschen finden, die eine Wanderung im Torres del Paine bereuen.
Essenz des Parks sind die berühmten drei Türme Las Torres als typisches Postkartenmotiv von Chile. Eine sportliche Tagestour führt durch das Valle del Silencio zur Base Las Torres, den Füßen der Granitnadeln. Vom Ausgangspunkt, dem Hotel Las Torres im Sector Central, sollte man ca. 8 Wanderstunden für Hin- und Rückweg einplanen. Der letzte Kilometer zum Aussichtspunkt ist steil und führt über Geröll. Fitness und Konzentration sind gefragt und man sollte die Wanderung nicht unterschätzen. Die Tour zu den Torres-Gipfeln ist ebenso klassischer Bestandteil der mehrtägigen Rundwanderung entlang des W-Treks. Wer Zeit, Energie und Abenteuerlust mitbringt, wird hieran gewiss Begeisterung finden. 

Equipment für eine Wanderung in Chile

Und was muss mit auf einer Trekkingtour in Chile? Die erforderliche Ausrüstung richtet sich an der Reiseregion, der Intensität und dem Ziel der Wanderung aus. Für eine lockere Küstenwanderung empfiehlt sich die Mitnahme von Badekleidung. Bei einer mehrtägigen Gipfeltour über vergletscherte Hänge müssen mitunter Steigeisen berücksichtigt werden. Was auf einer Wanderung in Chile grundsätzlich nicht fehlen sollte:

  • Warme und regendichte Funktionskleidung
  • Stabiles und bequemes Schuhwerk
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenschutz und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher
  • Digitale Kopien der Reisepässe (z.B. in E-Mail-Postfach)
  • Reiseapotheke
  • Kreditkarte und Bargeld in lokaler Währung
  • Trinkwasser
Ausrüstung für eine Wanderung in Chile

Wandern in Chile ist ein wortwörtlich bewegendes Erlebnis. Es verbindet Reisende mit der einzigartigen Natur des Landes auf eine besondere Weise. Und welche Region in Chile reizt Sie für eine Wanderung? Schreiben Sie uns Ihre Wanderwünsche über unser Kontaktformular. Wir beraten Sie gerne zu Wanderungen in Chile.


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